Kata

Kata (Form) bezeichnet einen imaginären Kampf, also einen Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner mit vorgegebenen Bewegungformen.
Es gibt drei Arten der Kata

Rintô kata Kata für den Kampf (Selbstverteidigung)
Hyôen kata Kata zur Vorführung (Demonstrationen)
Rentan kat Energetische Kata (Gesundheit)

Diese drei Varianten sind in den modernen Kata häufig vermischt.

Geschichte

Okinawa und China tauschten im Mittelalter ihre Kata aus. Das chinesische Dao (Kata) traf auf das Selbstverteidigungssystem Te von Okinawa, vermischten und beeinflussten sich. Diese vermischung sorgte zugleich auch für die Herrausbildung des Tôde aus dem Te woraus später das Okinawa te entstand. Daraus widerum entstand das heutige Karate. Es entstanden aufgrund verschiedener Clans und Lehrmeister unterschiedliche Stilrichtungen.
Die chinesischen Dao wurden auf Okinawa auch dem dortigen Tôde angepasst und in die drei Varianten der Kata umgewandelt. So wurden die Dao wesentlich gekürzt. Ursprünglich bestanden die Dao aus 150-200 Bewegungen. Die heutigen Kata sind da weitaus kürzer.
Durch das Verlangen das eigene Könen der Kata stets zu verbessern gingen viele Meister bei chinesischen Meistern in die Lehre und studierten die Dao eingehend. Dabei gelangten auch chinesische Wertvorstellungen und Geheimnisse des Gesundheitswesens in die Lehren des Karate auf Okinawa, wo sie bis heute verwurzelt sind.
Die Kata selbst waren Anfangs nicht wie heute in Gruppen unterteilt, sondern die drei Schulen Shuri te, Tomari te und Naha te unterwiesen ihre Schüler in ihren eigenen Stilkata. So ist auch heute noch jede Kata einen eigenen Kampfstil. Selbst für Meister war es schwer eine Kata einer anderen Schule zu lernen, was auch daraus hervorgeht, dass früher eine Kata erst dann gelehrt wurde, wenn eine Lehrer-Schüler-Beziehung entstanden war, wobei viele Meister ihre Geheimnisse der jeweiligen Kata für sich behielten. Auch die Meister einer Kata waren Geheim, was auch daraus resultierte, dass die Satsuma Samurai nach diesen Meistern suchte.
Es war nicht selten, dass ein Meister nur eine Kata kannte und diese nach eigenen Vorstellungen formten und ihrer Auffassung von Kampf anpassten.
Leider verlor die Kata viele inneren Werte und wurde durch Wettbewerbe immer stumpfer. Viele Verloren ihren Wert bezüglich der Selbstverteidigung und auch die Lehre des Kyûsho (Körperpunkte) ging verloren, wodurch viele Kata neu interpretiert werden mussten, da einige Bewegungen ohne die traditionellen Körperstiche sinnlos erschienen.

Die Kata ist die ursprüngliche Form des Karatelernens. Doch seit die Kata durch Bewertungssysteme Wettberwerbsfähig wurde und von einigen Dojos auch so gelehrt werden, reichen sie nicht mehr aus die Selbstverteidigung zu lehren und so wurden neue Formen erfunden um die Grundtechniken zu lehren.

 


Dies hier zeigt die Kata Tekki Shodan

Hier die 27 Kata des Shotokan ryû der insgesamt 74 existierenden Karate-Kata:

Kataname Schule Informationen
Taikyoku Shodan - Das Schrittmuster ist gleich dem Schrittmuster der Heian Shodan, nur dass bei dieser Kata nur Oi-Tsuki und Gedan-Barai ausgeführt werden.

Heian Shodan

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Im Shotokan ryû (Stilausrichtung) ist die Heain Shodan die erste Kata, welche es zu lernen gilt. Bei ihr soll der Karateka die Grundtechniken vertiefen und Erfahrungen sammeln bezüglich der Beinbewegungen und der Spannungsmomente.
Die Kata besteht aus 21 Bewegungen und sollte bei richtiger Ausführung ca. 25 Sekunden dauern.

Heian Nidan - Die zweite Heian Kata. Die Heian Katas dienen der Festigung der Grundschultechniken. Das Embusen (Schrittmuster) gleicht dem der Heian Shodan, jedoch umfasst sie einen größeren technischen Bereich (zwei weitere Fußtechniken). Bei dieser Kata soll der gegenwirkende Hüfteinsatz geschult werden.
Die Kata beinhaltet 27Bewegungen und sollte im Zeitraum von ca. 25 Sekunden ausgeführt werden.
Heian Sandan - Die dritte Heian Kata dient neben der Einführung des Kiba dachi auch der Vorbereitung für die späteren Katas Tekki, Jion, Ji'in und Jitte.
Die Kata besteht aus 20 Bewegungen und sollte ebenfalls nach 25 Sekunden beendet sein.
Heian Yondan - Diese Heian Kata fordert vom Übenden große Dynamik und den Einsatz von Fußtechniken, sowie den Einsatz von Doppelabwehrtechniken.
Sie besteht aus 27 Bewegungen und sollte nach 30 Sekunden beendet sein.
Heian Godan -

Die fünfte und letzte Heian Kata vereinigt mehrere Grundprinzipien des Karate und lehrt den Übenden ein breites Spektrum an Kampftechniken, fordert jedoch gleichzeitig ein hohes Vermögen an Rythmus und Timing.
Sie besteht aus 25 Bewegungen, welche innerhalb einer Dauer von 30 Sekunden ausgeführt werden sollen.

Tekki Shodan Naha Häufig auch nur Tekki genannt. Doch mit Tekki ist eine Gruppe bestehend aus drei Katas gemeint. Tekki bedeutet Eisenreiter und ist auf die Hauptfußstellung zurückzuführen dem Kiba Dachi (Reiterstellung). Die Tekki fällt durch ihr Embusen bei den Kyu-Katas besonders auf, da man sich nur entlang einer Geraden bewegt.
Die 29 Bewegungen werden bei richtiger Durchführung in etwa 25 Sekunden durchgeführt.
Bassai Dai Shuri

Bassai bedeutet "Festung erstürmen". Dieser Titel deutet schon darauf hin, dass der Karateka diese Kata mit voller Entschlossenheit ausführen sollte. In ihr sollte der Karateka die Ruhe vor dem "Sturm" deutlich machen um dann in der Ausführung mit plötzlich entschlossenem Handeln die "Festung" zu stürmen.
Die Bassai ist eine der ersten chinesischen Kata-Formen, vermutlich 1380 nach Okinawa gebracht.
Mit 42 Bewegungen und 50 Sekunden Ausführungszeit die bisher längste Kata.

Jion Tomari Jion ist eine typische Shotokan-Kata. Über Geschichte und Ursprung ist leider wenig bekannt, nur dass sie chinesischen Ursprungs ist und schon sehr alt ist.
Die Bezeichnung Jion ist identisch mit dem Begriff Shaolin, daher wird auch vermutet, dass sie den Kampfstil jener Mönche entspricht.
Anders übersetzt bedeutet Jion "Liebe und Gnade". Ihre Übung soll die Harmonie der Bewegung perfektionieren und das geistige Gleichgewicht stärken um so zu einem wirkungsvolleren Kampfstil führen.
Mit 47 Bewegungen und 60 Sekunden ist sie noch länger als die Bassai-Dai.
Empi Tomari Empi auch Enpi genannt (okinawanischer Name "Wanshu") bedeutet "Flug der Schwalbe", welcher ihr von Funakoshi Gichin gegeben wurde. Der Name umschreibt den Stil der Kata ziemlich genau, da sie aus häufigen Stellungswechseln (von oben nach unten und umgekehrt) und Richtungswechseln besteht, desweiteren kommt die Handstellung hinzu, welche den Kopf einer Schwalbe nachahmt.
Kankû-Dai Shuri Kanku bedeutet "Himmelsschau" entstanden aus der ersten Bewegung, bei der die Daumen und Zeigefinger ein Dreieck bilden, durch welches man einen kurzen Moment gen Himmel blickt.
Aus ihr wurden die Heian-Katas abgeleitet.
Hangetsu Naha Hangetsu bedeutet "Halbmond" und meint damit die Halbmondförmigen Bewegungen der Füße.
Sehr auffällig an dieser Kata sind die sehr intensive und betonte Atemweise, daher kann die Kata zwischen 60 und 120 Sekunden dauern, abhängig wie intensiv man die Atmung in die Kata einbindet.
Sie vermittelt ein sehr gutes Gefühl für Standfestigkeit und korrekte Haltung des Oberkörpers und dient damit hervorragend dem Aufbau der Rückenmuskulatur.
Tekki Nidan Naha eine weitere Tekki-Kata ähnlich der Tekki Shodan
Jitte Tomari

Im Shotokan ryû wird diese Kata gegen Stockangriffe geübt. Sie besteht nur aus Abwehrtechniken. Besonderen Wert sollte der Ausführende auf die richtige Endstellung der Ellbogen sowie die Anspannung der seitlichen Rumpfmuskeln legen.
Jitte wird heute mit "zehn Hände" übersetzt, doch ursprünglich wurde sie mit "Gnade der Technik" übersetzt.
In verschiedenen ryû wird die Kata anders angewandt und nur im Shotokan wird sie als Kampf gegen den Bô (Stock) interpretiert.

Gangaku Tomari Die "Kranich auf dem Felsen"-Kata hat ihren Namen wegen der viermaligen Stellung auf einem Bein, welche einem lauernden Kranich ähnelt, der bewegungslos auf sein Opfer wartet um dann im richtigen Moment zuzustoßen.
Sochin Tomari Die Sochin hat ihren Namen von der in der Kata häufig vorkommenden Stellung Sochin Dachi. Im Shotokan ryû nannte man sie lange Zeit Hakko, doch dieser Begriff wird nicht mehr gebraucht. Sie gewann immer mehr an Bedeutung aufgrund der Stellung, welche einen Übergang zum Freikampf darstellt.
Da man ihre Geschichte aufgrund ihrer vielen Varianten nicht nachverfolgen kann wird sie von vielen auch "die Kata des alten Mannes genannt", da Funakoshi einst berichtet, dass ein älterer Mann eine Kata kenne, welche er noch niemandem gelehrt hatte. Diese wollte er vor seinem Tod Funakoshi beibringen. Nachdem Funakoshi die Elemente der Kata verinnerlicht hatte starb der alte Mann und Funakoshi verbreitet die Sochin weiter.
Nijushiho Tomari Charakteristsisch für "Die Kata der 24 Schritte" (dennoch 34 Bewegungen) sind die vielen Bewegungen, welche fließend inneinander übergehen.
Chinte Shuri Man vermutet dass diese Kata mit der Gangaku verwandt ist, auch wenn sich dies nicht eindeutig beweisen lässt.
Eine Legende erzählt von einem chinesischen Gesandten, welcher die Chinte von Okinawa nach China brachte und dort lehrte. Er hatte auf seiner Reise jedoch einen Teil vergessen und so kam er nie an seinenm Ausgangspunkt an (Normalerweise endet eine Kata am selben Punkt, an welchem sie begonnen hat). Er lehrte die Kata soweit er wusste und beendete die Kata dann mit drei kleinen Sprüngen, welche ihn zum Ursprung zurückbrachten und die Kata damit beendete. Jedoch waren er und seine Schüler mit dieser Lösung äußerst unzufrieden.
So machte sich der Gesandte auf den Weg um den Rest der Kata erneut zu studieren, doch er heiratete in Okinawa und kehrte nie zurück. Daher endet die Kata auch heute noch mit diesen drei Sprüngen.
Tekki Sandan Naha eine weitere Tekki-Kata ähnlich der Tekki Shodan.
Bassai-Shô Shuri ähnlich der Bassai-Dai.
Kankû-Shô Shuri Sie ist eine Variante der Kankû-Dai .
Ji'in Tomari Sie ist eng verwandt mit der Jitte und Jion und man vermutet ihren Ursprung ebenfalls im Shaolin-Kloster.
Meikyo Tomari Sie ist die japanisch Variante der okinawanischen Rohai und bedeutet "Reinigen des Spiegels", was auf die großen Kreisbewegungen der Hände und Arme zurückzuführen ist, jedoch ist dies eher eine interpretierte Übersetzung.
Wankan Tomari Die kürzeste Kata des Shotokan ryû trägt den Namen "Königskrone". Die heute gelehrte Variante ist relativ neu und wurde im Laufe ihrer Entwicklung mehrere Male verändert. Trotz ihrer wenigen Bewegungen gehört sie zu den höchstentwickelten Kata, deren Techniken sehr anspruchsvoll sind und ihr Kampfstil gilt als sehr schwer zu erlenend.
Unsu Tomari Über die wahrscheinlich sehr alte Kata ist eigentlich nichts bekannt. Es wird vermutet, dass sie von der Niigaki-Schule stammt aufgrund von Ähnlichkeiten mit der Nijushiho. Sie sollte nur von Karate-Meistern geübt werden.
Gojûshihô-Dai Shuri Beide Gojushiho ("54 Schritte") Katas fallen aus dem Rahmen wegen ihrer ersten Bewegung, denn eigentlich gibt es im Karate keinen Angriff, doch diese beiden Katas beginnen mit einem Angriff. Zumindest scheint es so, doch bei der Interpretation des "in den Angriff hineingehen " wird dieser Angriff zu einer Abwehr mit Konter.
Gojûshihô-Shô Shuri eine andere Variante der Gojûshihô-Kata

Hier Videos der 27 Kata zum herunterladen

Info zu den Katastützpunkten